Glossar der Osteopathie

Glossar der Osteopathie

Begriffe aus dem erweiterten Umfeld der Osteopathie werden in diesem Glossar der Osteopathie einfach und verständlich erklärt.

Atlas Problem, Atlas Therapie, Atlastherapie

Der Atlas ist ein Wirbel, der zusammen mit dem Axis das Kopfgelenk bildet. Blockaden in diesem Bereich kommen häufig vor, welches zu Symptomen wie z.B. Schwindel und Kopfschmerzen führen kann. Ein häufiger Auslöser für diese Blockade ist z.B. das Schleudertrauma, aber auch Fehlhaltungen und mangelnde Bewegung können dazu führen. In der Osteopathie kann man diese Blockaden durch verschiedene sehr sanfte Arten lösen.

ADS, ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gehört zur Gruppe der Verhaltens und emotionalen Störungen, die sich durch Probleme mit Aufmerksamkeit, Selbstregulation und Impulsivität, sowie manchmal auch durch ausgeprägte körperliche Unruhe bei Kindern und Jugendlichen äußern. Es handelt sich dabei um eine psychiatrische Entwicklungsstörung. Die Symptome müssen zusätzlich mehrere Lebensbereiche deutlich beeinträchtigen oder zu erkennbarem Leiden führen, um die Diagnose ADHS zu bekommen. Die Ursachen können sowohl erblichen, als auch psychosozialen Hintergrund haben.

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Akupunktur

Die Akupunktur ist eine Art der Behandlung, die Ihren Ursprung aus der traditionellen chinesischen Medizin hat. Das Qui (= Lebensenergie des Körpers) fließt auf bestimmten Leitbahnen. Diese werden Meridiane genannt. Diese haben einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen. Durch Erkrankungen kommt es zu einem gestörten Energiefluß. Durch Stechen der Akupunktur punkte wird die Störung im Fließen des Qui aufgehoben. Das gleiche kann durch Druck (= Akupressur) oder Erwärmung (= Moxabustion) der Akupunktur-Punkte erreicht werden.

Alternativmedizin

(auch: alternative Medizin oder Komplementärmedizin) und Komplementärmedizin (auch: komplementäre Medizin) sind Bezeichnungen für Behandlungsmethoden und Diagnostik, die als Alternative oder Ergänzung zur Schulmedizin eingesetzt werden. Beispiele wären: Naturheilverfahren allgemein, Entspannungsverfahren, anthroposophische Medizin, Homöopathie, Osteopathie sowie Akupunktur. Die Wirkungen vieler dieser Therapien beruhen teilweise auf Placeboeffekten.

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Arachnoidea bzw. Spinnwebhaut

Spinnwebenartige Gewebeschicht zwischen der weichen Gewebehaut (=Pia Mater) und der harten Hirnhaut (=Dura Mater) im Gehirn-Schädel und im Rückenmarkskanal der Wirbelsäule.

Ayurveda

Traditionelle indische Heilkunst, die bis heute in Indien, Nepal und Sri Lanka angewendet wird. Sie wird dort als Heilmethode auch wissenschaftlich gelehrt und von der Bevölkerung akzeptiert. Für Wellnesszwecke wird es dort eher im Tourismus verwendet, so wie es auch sonst im westlichen Kulturkreis eher gehandhabt wird. Bis jetzt konnte die Wirkung noch nicht nach dem Grundprinzip der evidenzbasierten Medizin bewiesen werden, dessen zum Trotz hilft Ayurveda sehr vielen Menschen.

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Glossar der Osteopathie – B

Belastungsstörung, posttraumatische (PTBS)

Ist eine psychische Erkrankung die durch ein oder mehrere belastende Ereignisse von außergewöhnlichem Umfang oder katastrophalem Ausmaß entsteht. Die Bedrohung kann einen selbst betreffen oder bei anderen erlebt werden, z. B. als Zeuge eines Unfalls. Innerhalb ungefähr eines Jahres tritt die die PTBS auf und es treten unterschiedliche, psychische und psychosomatische Symptome auf.

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Bioresonanztherapie (BRT)

Ist eine wissenschaftlich nicht belegbare, alternativmedizinische Methode, die etliche Krankheiten behandeln können soll, daher gehört sie nicht zur wissenschaftlichen Medizin. Man glaubt eher an Placeboeffekte. Sie hat nichts mit Biofeedback zu tun.

Bobath-Therapie

Therapie bei neurologischen Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen, z.B. nach Schlaganfall mit halbseitigen Lähmumgen (= Hemiplegie). Das Bobathkonzept wurde bisher nicht wissenschaftlich als wirksam bewiesen. Dennoch wird in physiotherapeutischen Einrichtungen angewendet.

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Brachycephalus (Kurzschädel)

Rundköpfigkeit bzw. Kurzköpfigkeit, d. h. breite Kopfform mit geringer Länge.

Chavutti Thiromal

Traditionelle indische Massagetechnik mit den Füßen und verschiedenen Ölen. Der Therapeut befindet sich dabei an einem Seil, welches an einer Halterung über dem Patienten hängt.

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Chirotherapie

Zusammen mit der manuellen Medizin wird sie eingesetzt, um Funktionsstörungen des Bewegungsapparates zu behandeln. Da sowohl die Diagnostik, als auch die Behandlung mit der Hand durchgeführt werden, grenzt sie sich von der invasiven und medikamentösen Therapie ab. In einigen Bereichen baut sie auf Methoden der Chiropraktik und der Osteopathie auf, ist aber Bestandteil der kritisch-rationalen Schulmedizin.

Compliance

In der Medizin bedeutet Compliance die Mitarbeit des Patienten, sprich die Einhaltung von bestimmten Verhalten und das Halten an Gesetze und Richtlinien.

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Cranio-Sacral-Therapie (Schädel-Kreuzbein-Therapie)

Ist eine Therapie aus der Alternativmedizin, welche ihren Ursprung in der Osteopathie hat. Die Handgriffe werden dabei vorwiegend an Kopf, Wirbelsäule, Brustkorb und Kreuzbein platziert. Wissenschaftlich ist die Wirksamkeit nicht bewiesen.

Computertomographie (CT)

Ist ein bildgebendes Verfahren, wobei aus Rohdaten Schnittbilder erzeugt werden durch rechnerbasierte Auswertung einer Vielzahl aus verschiedenen Richtungen aufgenommenen Röntgenaufnahmen eines Objektes. Die Bilder bieten im Gegensatz zum Röntgen eine überlagerungsfreie Darstellung der Körperstrukturen und eine Darstellung der Gewebearten mit unterschiedlicher Schwächung für Röntgenstrahlen.

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Glossar der Osteopathie – D

Divertikel

Sackförmige Ausstülpung der Darmwand, in denen es durch liegengebliebene Essensreste in diesen zu Entzündungen kommen kann. Die Divertikel können angeboren sein, so wie das Meckel Divertikel, oder später entstehen.

Down-Syndrom (Trisomie 21)

Durch eine Genmutation ist das gesamte 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorhanden. Dadurch treten in der Regel typische körperliche Merkmale auf, bei der Geburt können z. T. auch organische Schäden auftauchen und es kann zu Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten kommen, wodurch Menschen mit Down-Syndrom unter Umständen als geistig behindert bezeichnet und eingestuft werden.

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Dura Mater (Harte Gehirnhaut)

Die Harte Gehirnhaut, welche am weitesten außen liegt, wird auch Dura Mater Encephali oder Pachymeninx Encephali genannt.

Elektroakupunktur

Elektromedizinische Verfahren, die auf den Lehren der TCM (traditionelle chinesische Medizin), insbesondere der Akupunktur, aufbauen und häufig mit Homöopathie kombiniert werden. Außerdem bezeichnet dies die Akupunkturmethode, in welcher die Nadeln zusätzlich mit Strom stimuliert werden und stammt aus dem Bereich der Alternativmedizin. Verbreitet wurde die Elektroakupunktur durch den Arzt Reinhold Voll (1909–1989), was zur Einführung des Begriffes der Elektroakupunktur nach Voll (EAV) führte.

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Ergotherapie

Ist die Unterstützung und Begleitung von Menschen jeder Altersklasse, welche in Ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind oder von einer Einschränkung bedroht sind. Sie sollen bei der Durchführung der für sie wichtigen Tätigkeiten in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrem persönlichen Umfeld gestärkt werden. Spezifische Aktivitäten, Umweltanpassungen und Beratung dienen dazu, dem Menschen gesellschaftliche Teilhabe, Handlungsfähigkeit im Alltag und eine Verbesserung in der Lebensqualität zu ermöglichen.

ESO (European School of Osteopathy)

Ist eine traditionsreiche Ausbildungsstätte für Osteopathie in Maidstone/ England.

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Evidenzbasierte Medizin (EbM, evidence-based-medicine)

Ist die auf empirische Belege gestützte Heilkunde mit der ausdrücklichen Forderung, bei einer medizinischen Behandlung patientenorientierte Entscheidungen, wenn möglich, auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit zu fällen.

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Feldenkrais Methode

Ist eine körperorientierte und pädagogische Methode, die nach Moshe Feldenkrais (1904-1984) benannt wurde. Dies geschieht durch die Schulung der kinästhetischen und propriozeptiven Selbstwahrnehmung wodurch sich wiederum grundlegende menschliche Funktionen verbessern und Schmerzen reduzieren lassen. Dadurch fühlen sich die Bewegungen leichter und angenehmer an. Dabei wird sich am „organischen Lernen“ orientiert, wie es in der „normalen“ Entwicklung vom Baby zum Kleinkind stattfindet. Feldenkrais ging aufgrund seiner Beobachtungen und Studien davon aus, dass sich dieses Lernen auch über die Kindheit hinaus fortsetzen läßt. Die Feldenkraismethode besteht aus 2 Techniken:

  1. Funktionale Integration (engl. functional integration), ist die häufig nonverbale Interaktion zwischen Lehrer und Schüler.
  2. Bewusstheit durch Bewegung (engl. awareness through movement) wird in Gruppen unterrichtet, wobei der Lehrer die Schüler verbal durch strukturierte Bewegungsexperimente führt und deren Aufmerksamkeit durch Wahrnehmungsfragen lenkt.

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Fontanelle

Ist der Bereich des Schädels von Neugeborenen bzw. Säuglingen, welcher noch nicht durch knöcherne und knorpelige Strukturen umfasst ist. Die Fontanelle besteht aus fortlaufenden inneren und äußeren häutigen Schichten an Stellen, an denen mindestens drei Abdeckplatten des Schädels noch nicht vollständig aneinander grenzen.

Funktionelle Syndrome

Ist ein Zusammentreffen von Krankheitszeichen/ -beschwerden ohne erkennbare organische Ursache. Diese Definition benutzt man sowohl in der Allgemeinmedizin als auch in der Psychosomatik.

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Glossar der Osteopathie – G

Ganzheitliche Medizin

Ist das Konzept bzw. die Methode im medizinischen Bereich, die die Natur und den kranken Menschen in umfassenden Zusammenhängen betrachtet und behandelt. Der Begriff wird naturphilosophisch, religiös, mystisch, esoterisch, systemtheoretisch, psychosozial, ökologisch oder politisch unterschiedlich betrachtet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat seit 1946 eine ganzheitliche Sichtweise für die Definition für Gesundheit: „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“

In neueren Konzepten wird der Mensch als ein strukturiertes, nach außen offenes System, dessen Teile in wechselseitiger Beziehung zueinander, zur Gesamtheit und zur Außenwelt stehen, gesehen. Einwirkende Faktoren sind: Die eigene Person (als Einheit von Körper, Geist und Seele), die soziale Umwelt ( Mitmenschen, Gesellschaft), die natürliche Umwelt (Wasser, Boden, Luft, Klima), die künstliche Umwelt (Technik/ Wissenschaften) und Übersinnliches (Religion, Glaube).

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Geburtsgeschwulst (Caput succedaneum)

Ist eine serös-blutige Schwellung in die Kopfschwarte hinein. Während der Geburt kann der Abfluss des Blutes über die Venen der Kopfhaut erschwert sein und somit zu einer teigig-ödematösen , häufig blau verfärbten Schwellung führen. Im Gegensatz zum Kephalhämatom werden die Schädelnähte überschritten und stellen per Definition kein Hämatom dar. Die Geburtsgeschwulst bildet sich ohne Behandlung innerhalb weniger Tage spontan zurück.

GOsC (General Osteopathis Council)

Ist die gesetzliche Regierungsbehörde für Osteopathen in England.

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Harte Hirnhaut

siehe Dura Mater

Heilberuf

Ist ein Beruf, der sich mit der Behandlung von Krankheiten und Behinderungen auseinander setzt.

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Heilpraktiker

In Deutschland wird derjenige als Heilpraktiker bezeichnet, der die Heilkunde berufs-oder gewerbsmäßig ausübt, ohne als Arzt oder Psychologischer Psychotherapeut approbiert zu sein. (§ 1 Heilpraktikergesetz). Die Ausübung der Heilkunde als Heilpraktiker bedarf in Deutschland der staatlichen Erlaubnis. Er übt seinen Beruf eigenverantwortlich aus und zählt zu den freien Berufen im Sinne von §18 Einkommenssteuergesetz.

Hirnflüssigkeit/ -wasser (= liquor cerebro spinalis, CSF)

Ist eine klare, farblose Körperflüssigkeit, die mit der Gewebsflüssigkeit des Gehirns in Verbindung steht und daher auch in der Zusammensetzung sehr ähnlich ist. Sie wird von speziell differenzierten Epithelzellen der Adergeflechten der Hirnkammern gebildet. Der Entdecker des Liqours und seiner Kommunikationswege ist Francois Magendie.

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Homöopathie

Von altgriechisch gleich, gleichartig, ähnlich sowie Leid, Schmerz, Affekt, Gefühl. Sie beruht auf den ab 1796 veröffentlichen Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann und gehört zu den alternativmedizinischen Behandlungsmethoden. Sein Prinzip war das von ihm formulierte Ähnlichkeitsprinzip: „Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“ (= similia similibus curentur). Das Ähnlichkeitsprinzip funktioniert so, dass das Mittel so ausgewählt wird, das dessen Inhaltsstoffe in der Grundsubstanz unverdünnt am Gesunden ähnliche Krankheitserscheinungen (Symptome) hervorrufen könnten wie die, an denen der Kranke leidet, wobei auch der  Gemütszustand und geistige Charakter des Patienten berücksichtigt werden solle. Dazu wurden Tabellen erstellt, mit deren Hilfe der Homöopath den Patienten und seine Krankheitserscheinungen einem Arzneimittelbild zuordnen soll. Zur Herstellung der homöopathischen Arzneien werden die Grundsubstanzen einer Potenzierung (Verdünnung) unterzogen, d.h., sie werden wiederholt mit Wasser oder Ethanol verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben. Dies wurde zuerst wegen der Giftigkeit vieler der verwendeten Stoffe durchgeführt. In einer späteren Phase verordnete Hahnemann Hochpotenzen. Durch das besondere Verfahren der Potenzierung oder Dynamisierung nahm Hahnemann an, dass eine im inneren Wesen der Arzneien verborgene, geistige Kraft wirksam werde. Diese Wirkungen widersprechen der den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und dem Grundprinzip der evidenzbasierten Medizin, s.o.

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Hypnose (altgriechisch hypnos = Schlaf)

Ist das Verfahren zum Erreichen einer hypnotischen Trance, gekennzeichnet durch einen tiefentspannten Wachzustand, dessen Besonderheit eine extrem eingeschränkte und auf wenige Inhalte ausgerichte Aufmerksamkeit ist. Der Einsatz der Hypnose durch Ärzte und Dipl. Psychologen zu therapeutischen Zwecken nennt sich Hypnotherapie.

Glossar der Osteopathie – I

ISG (=Iliosacralgelenk, Kreuzdarmbeingelenk)

Ist die gelenkige Verbindung zwischen dem Kreuzbein und dem Darmbein

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Intrauterin (in utero)

Bedeutet in der Gebärmutter und bezeichnet die Vorgänge, die innerhalb des Uterus stattfinden. Der Begriff wird in der Biologie und Medizin in Bezug auf die Lokalisation des Embryos oder Fetus benutzt, oder als Ortsbeschreibung von Maßnahmen an diesem, die noch vor der Geburt stattfinden, z.B. Operationen oder Bluttransfusionen am Feten.

Invagination

Wird in der Biologie und Medizin verwendet für die Einstülpung eines Bestandteiles in einen anderen. Beispiele wären:

  • in der Zellbiologie
    • Einstülpung der Zellmembran (Beispiel Phagozytose)
    • Einstülpung der Kernmembran
  • einen Abschnitt der Gastrulation, eines Teils der Embryonalentwicklung
  • die teleskopartige Einstülpung einzelner Darmabschnitte ineinander, siehe Intussuszeption
  • Einstülpung der Augenbläschen zum Augenbecher in der Embryonalentwicklung bei Wirbeltieren

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Iridologie (=Irisanalyse, Irisdiagnostik, Augendiagnose)

Ist die pseudowissentschaftliche Ansicht, dass durch Analyse der Gewebsstrukturen und der ihnen zugeordneten Reflexzonen des Auges, speziell der Iris, systemische Erkrankungen des Menschen diagnostiziert werden können. Sie konnte bisher weder empirisch belegt noch theoretisch begründet werden. Sie wird meistens durch andere Diagnostikverfahren ergänzt. Es soll durch sie eine Grundveranlagung festgestellt werden, die auf mögliche Schwächen im Organismus hinweisen könne.

Ischias

Über Ischias wird im Volksmund gesprochen, wenn jemand Rückenschmerzen im unteren Rücken evtl. mit Ausstrahlung ins Bein hat. Der Nervus Ischiadikus/ Ischiasnerv/ Sitzbeinnerv/ Hüftnerv ist ein peripherer Nerv des Plexus lumbosacralis (Lenden-Kreuz-Geflecht). Der als mächstigster Körpernerv bezeichnete Ischiasnerv hat seinen Ursprung beim Menschen aus den letzten lumbalen und den ersten sakralen Rückenmarkssegmenten (4. Lendensegment bis 3. Kreuzsegment des Rückenmarks, L4-S3).

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Kernspintomographie

siehe Magnetresonanztomographie bzw. MRT

Kinderosteopathie, auch Osteopathie für Kinder oder Kinder Osteopathie

Ist die Anwendung der Osteopathie bei Babys, Kindern und Jugendlichen. Da die osteopathische Behandlung sehr sanft und respektvoll erfolgt, ist sie besonders auch für Säuglinge geeignet.

Kindslage

Ist die Lage des Embryos in der Gebärmutter. Sie wird in der Geburtshilfe mit 4 Begriffen beschrieben: Lage, Stellung, Haltung und Einstellung und ist wichtig für das Verständnis der Geburtsmechanik.

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Lage (situs)

Beziehung der Längsachse des Kindes zur Längsachse des Geburtskanals. Regelrichtig ist danach die Schädellage und die Beckenendlage. Regelwidrig wären die Quer-und Schräglagen, evtl. die Schulterlage = Lageanomalie.

Stellung (positio)

Ergibt sich aus dem Verhältnis des kindlichen Rückens zur Gebärmutterinnenwand, sie drückt also aus ob sich der kindliche Rücken auf der linken oder rechten Seite der Mutter befindet. Man unterscheidet:

1.  Stellung: Rücken links (aus Sicht der Schwangeren)
1a-Stellung: Rücken links vorne
1b-Stellung: Rücken links hinten
2. Stellung: Rücken rechts (aus Sicht der Schwangeren)
2a-Stellung: Rücken rechts vorne
2b-Stellung: Rücken rechts hinten

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Haltung (habitus)

Beziehung der kindlichen Teile zueinander, wobei es die Haltung des Kopfes, der Beine und der Arme gibt. Am wichtigsten ist die Anwendung dieses Begriffes für die Beziehung zwischen Kopf und Rumpf beim Durchtritt durch den Geburtskanal. Regelrecht ist die Haltung, bei der der Kopf tief gebeugt ist während der Embryo den oberen Abschnitt des Geburtskanals passiert. Regelrecht ist die Vordere Hinterhauptslage (Beugung, Rücken vorne, Beugung des Kopfes auf die Brust, normale Einstellung). Festgestellt wird sie durch die vaginale Untersuchung, wobei der Stand der Fontanellen auf die Haltung hinweist. Abweichungen von dieser Kopfhaltung werden als Haltungsanomalie bezeichnet, als da wären: Roederer-Kopfhaltung, Vorderhauptslage, Stirnlage, Gesichtslage und die indifferente Scheitellage.

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Einstellung (presentatio)

Ist die Beziehung des vorangehenden Teils (Haltung) zum Geburtsweg. Die Einstellung des Kopfes richtet sich nach seiner Haltung in Abhängigkeit zum Höhenstand:

Hinterhauptseinstellung (Leitstelle=kleine Fontanelle=regelrechte Einstellung)

Abweichungen davon werden als Einstellungsanomalie bezeichnet:

Scheiteleinstellung (Leitstelle=Pfeilnaht), Vorderhaupteinstellung (Leitstelle=große Fontanelle), Stirneinstellung (Leitstelle=große Fontanelle, Stirnnaht), Gesichtseinstellung, hoher Geradstand (Regelwidrigkeit der Einstellung im Beckeneingang), hintere Hinterhauptslage (regelrechte Beugung, aber regelwidrige Drehung des Hinterhauptes), tiefer Querstand (Regelwidrigkeit der Einstellung im Beckenausgang), Scheitelbeineinstellung (Regelwidrigkeit der Einstellung im Beckeneingang, Schulterdystokie (Regelwidrige Einstellung des Schultergürtel in Abhängigkeit zum Höhenstand).

Bei der Beckenendlage können sich Einstellen: Der Steiß alleine, die Füße alleine, Der Steiß und die Füße, der Steiß und ein Fuß, ein oder beide Knie.

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Kiss-Syndrom

Bezeichnet Kopfgelenk-induzierte-Symmetrie-Störung. Es soll dadurch zu Störungen der Körperhaltung im Säuglings- und Kleinkindalter kommen und zu einer Reihe von Verhaltensstörungen führen. Die evidenzbasierte Medizin erkennt die Diagnose jedoch nicht an, da die pathophysiologische Vorstellung nicht nachweisbar ist und wissenschaftliche Untersuchungen zu den empfohlenen Therapiemethoden bisher nicht vorgelegt wurden.

Kneippsche Hydrotherapie

Bezeichnet die methodische Anwendung von Wasser, wobei der Temperaturreiz genutzt wird, und ist Teil der klassischen Naturheilhunde und der Physiotherapie. Angewendet wird es bei akuten und chronischen Beschwerden, zur Stabilisierung von Körperfunktionen (Abhärtung), zur Vorbeugung, zur Rehabilitation und zur Regeneration z. B. in Form von Güssen.

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Komplementärmedizin

siehe Alternativmedizin

Kopfblutgeschwulst

siehe Geburtsgeschwulst/ Kephalhämatom

Kraniale Therapie

siehe Cranio-Sacral Therapie

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Glossar der Osteopathie – L

Logopädie

Wurde vom Mediziner Emil Fröschels 1924 eingeführt und bedeutet übersetzt Sprachheilkunde oder Sprecherziehung. Heute wird damit die Therapie/ Fachdisziplin von Sprach- , Sprech-, Schluck- oder Hörbeeinträchtigung bezeichnet.

Lymphe

Wässrige, hellgelbe Flüssigkeit, die in den Lymphgefäßen fließt. Sie bildet das Zwischenglied zwischen der Gewebsflüssigkeit (Interzellularflüssigkeit) und dem Blutplasma

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Manuelle Lymphdrainage (ML oder MLD)

Ist eine physikalische Therapie und ein Bestandteil der komplexen Entstauungstherapie (KPE) der Lymphtherapie. Sie wird angewendet zur Ödem- und Entstauungstherapie ödematöser Körperregionen, z.B. nach Operationen. Besonders häufig wird sie nach Lypmhknotenentfernung verschrieben.

Meckel Divertikel

Ausstülpung des Leerdarms (Jejunum) bzw. Krummdarms (Ileum), welches ein Rest des embryonalen Dottergangs darstellt. Er befindet sich beim Neugeborenen 30-50cm und beim Erwachsenen 60-90cm vor dem Eintritt des Krummdarms in den Blinddarm (getrennt durch die Ileozäkalklappe), in der dem Mesenterialansatz abgewandten Seite der Darmwand. Wenn eine Öffnung zwischen Dünndarm und Divertikel besteht, kann Darminhalt in das Divertikel gelangen und zu einer Entzündung führen.

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Meningitis

Entzündung der Hirnhäute

Meridiane

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beschreibt dies die Bahnen im Körper, in denen das Qi (= die Energie) fließt.

Motopädie

Umfasst Motopädagogik und Mototherapie und wird je nach Arbeitsschwerpunkt mehr pädagogisch-präventiv oder therapeutisch-rehabilitierend ausgerichtet. Sie wird angewendet bei psychomotorischen Leistungs- und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern. Der zentrale Ansatz ist die Bewegung, dabei wird die Wechselwirkung zwischen dem Körper in Bewegung und der Psyche des Menschen genutzt. Die Motopädie wurde Mitte der 1950er Jahre vom Sportpädagogen Ernst J. Kiphard und den Kinder- und Jugendpsychiatern Elisabeth Hecker und Helmut Hünnekens entwickelt. Das zugehörige Forschungs- und Lehrgebiet wird Motologie genannt. Nach den Heilmittelrichtlinien ist das Verfahren der Motopädie nicht verordnungsfähig, da es sich nach Ansicht des gemeinsamen Bundesausschusses um ein komplementäres Verfahren ohne Wirksamkeitsnachweis handelt.

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MRT (Magnetresonanztomographie)

Bildgebendes Verfahren, das zur  Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird. Es werden Schnittbilder des Körpers erzeugt, um krankhafte Veränderungen beurteilen zu können.

Naturheilkunde

Diese Heilkunde beruht v. a. auf diätetischen und physikalischen Heilmitteln sowie auf einer naturgemäßen Lebensweise. Somit wird ein Spektrum verschiedener Naturheilverfahren verwendet, in denen die Selbstheilungskräfte aktiviert werden sollen.

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Neuropsychiatrie

Medizinische Disziplin, die sich mit den Bereichen Psychiatrie, Neurologie und Psychologie überschneidet. Es werden anatomische, strukturelle und metabolische Grundlagen kognitiver und emotionaler Prozesse untersucht und es folgt die Diagnostik und Behandlung neurologischer Erkrankungen mit psychischer Symptomatik.

Oecotrophologie bzw. Ökotrophologie

Lehre von den Ernährungswissenschaften. Als Ökotropholgin/ Ökotrophologe darf man sich bezeichnen, sobald man das Studium der Ökotrophologie absolviert hat.

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Ödem

Flüssigkeitseinlagerung aus dem Gefäßsystem des Körpers in das Körpergewebe.

Orthese

Medizinisches Hilfsmittel, welches zur Stabilisierung, Entlastung, Ruhigstellung , Führung oder Korrektur von Gliedmaßen oder des Rumpfes eingesetzt wird. Es wird durch einen Orthopädietechniker oder Orthopädieschuhtechniker auf ärztliche Verordnung hin hergestellt.

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Osteopathie

Osteopathie, osteopathische Medizin und osteopathische Behandlung kommen aus der Alternativmedizin und beschreiben verschiedene Krankheits- und Behandlungskonzepte. Darunter werden in Europa manuelle (also mit den bloßen Händen des Behandlers ausgeführt), befunderhebende und therapeutische Verfahren verstanden. Manuelle Medizin, Manualtherapie, Chirotherapie und Chiropraktik werden teilweise synonym gebraucht, Wirkungsnachweise gibt es nur für wenige der Indikationen, die der Osteopathie zugeschrieben werden. Seit dem 01.01.2012 übernehmen viele Krankenkassen ein Teil der osteopathischen Behandlungen, wenn der Behandler die fünfjährige Ausbildung in der Osteopathie nachweisen kann und eine formlose Bescheinigung vom Arzt hat. Die privaten Krankenkassen beteiligen sich schon länger an den Kosten.

Der Begriff  Osteopath geht zurück auf den US-Amerikaner A. T. Still (1828 – 1917). Die Osteopathie teilt sich auf in die parietale (den Bewegungsapparat entsprechend), viscerale (die Organe entsprechend) und die craniosacrale ( Verbindung Schädel/ Wirbelsäule/ Kreuzbein entsprechend) Osteopathie.

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Glossar der Osteopathie – P

Pathologie

Teilgebiet der Medizin, das sich mit den krankhaften/ abnormen Vorgängen/ Zuständen im Körper und deren Ursachen beschäftigt. Es werden Symptome, Syndrome sowie Missbildungen aller Art erforscht. Untersucht werden die Herkunft (Ätiologie), die Entstehungsweise (Pathogenese), die Verlaufsform und die Auswirkungen von Krankheiten, sowie die jeweiligen Vorgänge im Körper (Pathophysiologie bzw. funktionelle Pathologie). In der pathologischen Diagnostik werden die Gewebe anhand von makroskopischer (pathologischer Anatomie) und lichtmikroskopischer Aspekte (Histopathologie, Zytologie) untersucht. Außerdem werden biochemische und molekularbiologische Methoden und die Elektronenmikroskopie eingesetzt. Pathologen untersuchen überwiegend das Gewebe von lebenden Patienten (Biopsie). Sie führen aber auch klinische Obduktionen durch.

Pferdeosteopathie

Osteopathische Behandlung von Pferden, wofür eine spezielle Ausbildung nötig ist.

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Pharmakologie

Im ersten Schritt wird die Wechselwirkung von Stoffen und Lebewesen wertneutral betrachtet, ohne dass die Nützlichkeit bzw. Schädlichkeit der jeweiligen Stoffe berücksichtigt wird. Im zweiten Schritt wird dies ausgewertet und es wird nach Stoffen mit Arzneiwirkung (Arzneimittel) und Stoffen mit Schadwirkung (Gifte) unterschieden.

Phytopharmaka

Arzneimittel, die aus Pflanzen hergestellt werden.

Phytotherapie

Anwendung von Phytopharmaka, zur Linderung oder Heilung verschiedenster körperlicher Leiden.

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Pia Mater (weiche Hirnhaut)

Innerste Hirnhautschicht

Placebo

Ein Schein-Arzneimittel, d.h. es enthält keinen Arzneistoff und kann somit auch keine pharmakologische Wirkung haben. Tritt bei Einnahme eines Placebos trotzdem ein positiver Effekt ein, spricht man von einem Placebo-Effekt

Plagiozephalus (auch Plagiocephalus)

Asymmetrische Abflachung des Hinterkopfes

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Posttraumatische Belastungsstörung

siehe Belastungsstörung, posttraumatisch PTBS

Psychomotorik

Die Bewegung des Menschen wird von psychischen Vorgängen wie z.B. Emotionalität oder Konzentration sowie der individuellen Persönlichkeitsstruktur beeinflusst. In der Therapie und der Pädagogik macht man sich dieses Konzept ebenfalls zunutze.

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Qigong (Chigong)

Aus China stammende Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform, um Körper und Geist zu kultivieren. Auch in der Kampfkunst werden diese Übungen betrieben. Durch Ausübung dieser Atem-, Körper-, Bewegungs-, Konzentration- und Meditationsübungen soll der Qi-Fluss (Energiefluss) im Körper harmonisiert werden.

Rooming-in

Hierbei wird in Krankenhäusern den Eltern ermöglicht, in dem Zimmer des kranken Kindes zu übernachten, um den Kindern psychischen Beistand zu geben.

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Glossar der Osteopathie – S

Schreikinder/ Schreibabys

Exzessives Schreien von Säuglingen

Schüßler Salze

Aus Mineralsalzen bestehende Tabletten , die homöopathisch dosiert werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Krankheiten durch Störungen des Mineralhaushaltes der Körperzellen entstehen und durch die Gabe von den Schüssler Salzen geheilt werden. Dies ist jedoch nicht wissenschaftlich anerkannt, da die Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist.

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Sonographie/ Sonografie

Umgangssprachlich Ultraschall genannt. Wird als bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von organischem Gewebe in der Medizin angewandt.

SSB (Synchondrosis Sphenobasilaris)

Knorpelige Verbindung zwischen dem Keilbein (Os Sphenoidale) und dem Hinterhauptbein (Os Occipitale). Sie ist als bicraniales Wachtumszentrum von großer Bedeutung für die craniofasciale Entwicklung. In der Osteopathie spielt sie eine große Rolle im Bereich der Cranio-sacralen Therapie.

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Sterngucker

Dies bezeichnet die hintere Hinterhauptslage und ist eine geburtshilfliche Einstellungsanomalie des Kindes im Mutterleib während der Geburt. Hierbei kommt es trotz regelrechter Beugung zu einer regelwidrigen Drehung des Hinterhauptes in die Kreuzbeinhöhle.

TCM (Traditionelle chinesische Medizin)

Chinesische Heilkunde, zu deren therapeutischen Verfahren die Arzneitherapie, Akupunktur, Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten), Tuina und Shiatsu und Bewegungsübungen wie Qigong und Taijuquan gehören.

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Ultraschall

siehe Sonographie/ Sonografie

Ventrikel

Mit Liquor gefüllte Kammern innerhalb des Gehirns, die durch Kanäle verbunden sind.

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Vojta Therapie

Physiotherapeutische Behandlungsmethode bei Störungen des zentralen Nervensystems und des Bewegungsapparates, welche von Vaclav Vojta in den 1960er Jahren entwickelt wurde.

Yoga

Indische Lehre geistiger und körperlicher Übungen.